Sonntag, 1. November 2015

ANFänger diskreditiert APRS!

Weil er es eben nicht besser weiss!

Als QJ (Quasi-Journalist) muss auch ein ANFänger seine Webseite füllen. Schade ist es, wenn dies mit Halbwahrheiten oder nur aus einem Betrachtungswinkel beobachtet geschieht. So wie auch aktuell wieder! Da wird tatsächlich behauptet, dass DMRplus nun APRS ersetze. Oha. Eine ebenso gewagte wie auch unwahre These.

Wer schon mal die USA bereiste, war (und ist) sicher von der schieren Endlosigkeit der Landmasse beeindruckt. Oft fährt man Meile um Meile, ohne irgend ein Amateurfunk-Relais zu empfangen. Auch das ständige CQ-Rufen auf den Aufruf-Frequenzen verleidet einem schnell. Schade, denn die Chancen für gelegentliche QSOs wären doch recht hoch. Kommt man dann in besiedelte Gebiete, fehlt einem oft die Datenquelle und die Geduld, um einen (oder sogar mehrere) Repeater samt ihrer Parameter zu finden und arbeiten zu können.

So ging es auch dem Vater von APRS, Bob Bruninga (WB3APR), der das System entwickelte. Mit APRS werden Informationen über sich bewegende Amateurfunk-Stationen aber auch über Repeater selbst und deren Parametern übertragen, um reisenden OMs und YLs einfach und bequem auf die Kontaktmöglichkeiten mit Gleichgesinnten aufmerksam zu machen oder auf bestimmte Gegebenheiten hinuweisen. Und das funktioniert bestens. Denn auf den dafür bestimmten Frequenzen werden nicht nur die eigenen Daten zum nächsten Gateway und dann ins Netz transportiert. Nein, auch der umgekehrte Weg und somit der Empfang und die Decodierung von Daten anderer Stationen ist dazu notwendig. Denn die Idee ist es ja nicht, jedesmal das Smartphone oder den PC starten zu müssen, wenn man sich über in der Umgebung befindende Stationen orientieren will. Und auch dies klappt in der Regel gut, wenn auch in der Schweiz viel zu viele (und vor allem falsch programmierte) Digipeater und iGates vor sich hin werkeln. Tatsache ist, dass man mit ihnen nicht nur seine Positionsdaten ins Netz bringen kann, sondern eben auch Datensätze empfangen und decodieren kann.

Wenn nun ein ANFänger DMR als Ersatz für APRS deklariert, vergisst er einfach, dass die DMR-Geräte keine Daten aus dem APRS-Netz empfangen und decodieren können. Sie arbeiten weder auf der standardisierten APRS-Frequenz noch werden auf den jeweils verwendeten individuellen Relais-Frequenzen Daten aus dem APRS-Netzt im DMR-Format ausgesandt. Auch die standardisierte Symbol-Anzeige fehlt... so what?

Fazit: Wer sich nur seine letzte Fahrradtour oder seinen letzten Spaziergang nachträglich im Netz anschauen will oder funkfremde Personen über seinen Standort informieren möchte, der mag mit DMR-Positionsmeldungen und dem Betrachten auf APRS-Seiten im Web glücklich werden. Wer aber als Funkamateur an Kontakten mit Gleichgesinnten interessiert ist, bräuchte dann eben noch ein Smartphone und die Anzeige einer APRS-Seite (wie zum Beispiel http://aprs.fi) dazu -  oder er empfängt die Daten im APRS-Format eben direkt auf 144.800 MHz und decodiert sie direkt im dazu fähigen Funkgerät, welches aber kein DMR-Gerät sein wird. So erfährt er auf einfachste Weise, wo sich die OMs und Repeater in der Umgebung befinden und kann auf einfache Art und Weise Kontakt mit ihnen aufnehmen. Wie soll denn das über DMR gehen?